Ein Dispokredit ist ein von der Bank eingeräumter Überziehungsrahmen auf dem Girokonto, der kurzfristige Liquidität ohne Antrag ermöglicht.
Typische Zinsen: 10–15% p.a.
Voraussetzung: Girokonto
Limit: je nach Bank
Dispokredit – eine flexible Lösung bei unerwarteten Ausgaben
Einen Kredit aufzunehmen, fällt vielen Menschen nicht leicht. Der Gedanke an Verträge, Rückzahlungsverpflichtungen und mögliche Zinskosten kann abschreckend wirken. Eine alternative Möglichkeit, kurzfristig an zusätzliches Geld zu gelangen, ist der Dispokredit.
Ein Dispokredit lässt sich als flexibler Kontoüberzug beschreiben, den die Bank auf das Girokonto einräumt und der sich eignet, wenn kurzfristig mehr Geld benötigt wird als auf dem Konto verfügbar ist.
Er ist damit kein herkömmlicher Kredit, wie man ihn aus klassischen Kreditverträgen kennt.
Ein Beispiel: Sie haben 1.000 € auf dem Konto, benötigen jedoch 1.500 € für laufende Ausgaben. Der Dispokredit überbrückt die fehlenden 500 € automatisch. Im folgenden Monat wird der überzogene Betrag inklusive Zinsen mit dem nächsten Geldeingang verrechnet.
Dispokredit Zinsen: Was kostet der Überziehungskredit?
Der Dispokredit punktet mit Flexibilität und sofortiger Verfügbarkeit – hat jedoch seinen Preis. Die Zinskosten fallen im Vergleich zu anderen Kreditformen deutlich höher aus und sollten vor der Nutzung genau verstanden werden.
Wie hoch sind die Zinsen beim Dispokredit?
Die Zinsen beim Dispokredit gehören zu den höchsten im Bereich der Verbraucherkredite. In Deutschland liegt der durchschnittliche Sollzins für einen Dispositionskredit zwischen 10 und 15 % pro Jahr. Damit ist der Dispokredit deutlich teurer als ein klassischer Ratenkredit.
Da die Zinsen täglich auf den in Anspruch genommenen Betrag berechnet werden, können selbst kleinere Überziehungen bei längerer Nutzung spürbare Kosten verursachen. Wer den Dispo regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum nutzt, sollte daher prüfen, ob ein zinsgünstigerer Ratenkredit die sinnvollere Alternative ist.
Vor und Nachteile
Wie bei jeder Kreditform gibt es auch beim Dispokredit Stärken und Schwächen. Ob er die richtige Wahl für Ihre Situation ist, hängt vor allem davon ab, wie Sie ihn nutzen und wie lange.
Sofortige Verfügbarkeit: Das Geld steht ohne Antrag direkt zur Verfügung.
Flexibilität: Sie nutzen nur den Betrag, den Sie tatsächlich benötigen.
Keine feste Laufzeit: Es gibt keinen Rückzahlungsplan.
Schufa-neutrale Nutzung: Ein ordentlich genutzter Dispo hat keinen negativen Einfluss auf Ihre Bonität.
Hohe Zinsen: Mit 10–15% p.a. ist der Dispo deutlich teurer als z. B. ein Ratenkredit.
Überschuldungsrisiko: Ohne Rückzahlungsstruktur kann der Dispo schleichend zur Dauerlösung werden.
Ein Dispokredit überzeugt durch seine sofortige Verfügbarkeit und Flexibilität, eignet sich jedoch nur für kurzfristige Engpässe. Wer ihn dauerhaft nutzt, zahlt mit 10–15% p.a. deutlich mehr als nötig. Wer seinen Dispo regelmäßig voll ausschöpft, sollte einen Ratenkredit als günstigere Alternative in Betracht ziehen.
Dispokredit Voraussetzungen: Wer kann ihn beantragen?
Um einen Dispokredit zu erhalten, müssen in der Regel folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
Der Kontoinhaber muss mindestens 18 Jahre alt sein.
Ein bestehendes Girokonto bei der jeweiligen Bank ist Grundvoraussetzung.
Die Bank setzt einen regelmäßigen Geldeingang voraus, etwa Gehalt, Rente, o. ä.
Eine positive SCHUFA-Auskunft ist bei den meisten Banken Pflicht.
Die genauen Anforderungen können je nach Bank variieren. Recherchieren Sie daher die Bedingungen, die Ihre Bank an die Vergabe eines Dispokredits knüpft.
Wie funktioniert ein Dispokredit?
Sobald das Guthaben des Girokontos auf null sinkt, greift der Dispokredit automatisch und ohne weiteren Antrag. Der überzogene Betrag wird bis zum festgelegten Dispositionsrahmen gedeckt und ab dem ersten Tag der Überziehung fallen Zinsen an. Diese werden täglich auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag berechnet. Das bedeutet: Je länger und höher die Überziehung, desto höher die Gesamtkosten.
Eine feste Laufzeit oder monatliche Raten gibt es beim Dispokredit nicht. Die Rückzahlung erfolgt automatisch, sobald ein Geldeingang – etwa das monatliche Gehalt – auf dem Konto eingeht. Danach steht der volle Dispositionsrahmen wieder zur Verfügung und kann bei Bedarf erneut genutzt werden.
Dispokredit trotz SCHUFA?
Ein Dispokredit wird von der Hausbank als Teil des Girokontos eingeräumt und ist damit an die Bonität geknüpft. Wer einen negativen SCHUFA-Eintrag hat, erhält von Banken in der Regel keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Dispositionsrahmen.
Anders als bei alternativen Kreditgebern, die bei der Bonitätsprüfung andere Faktoren mit einbeziehen, orientieren sich klassische Banken beim Dispokredit fast ausschließlich am SCHUFA-Score. Ein negativer Eintrag wird dabei häufig als zu hohes Ausfallrisiko gewertet.
Wer trotz negativer SCHUFA kurzfristige finanzielle Unterstützung benötigt, sollte daher alternative Optionen in Betracht ziehen, wie zum Beispiel einen Kredit ohne SCHUFA, bei dem die Bonität auf anderer Grundlage bewertet wird.

Dispokredit erhöhen: So geht es
Die Erhöhung des Dispokredits lässt sich bei den meisten Banken unkompliziert durchführen. Die maximale Höhe orientiert sich am monatlichen Nettoeinkommen des Kontoinhabers und beträgt typischerweise das Zwei- oder Dreifache davon.
Den Antrag stellen Sie bequem über das Online-Portal oder die Banking-App Ihrer Bank. Alternativ können Sie die Erhöhung auch telefonisch oder direkt in einer Filiale bei Ihrem Kundenberater anfragen.
Eine Erhöhung des Disporahmens sollte gut überlegt sein. Da die Zinsen beim Dispokredit deutlich höher ausfallen als bei einem klassischen Ratenkredit, empfiehlt sich bei einem längeren oder regelmäßigeren Bedarf eine planbarere Finanzierungslösung.
Dispokredit oder Ratenkredit: Was ist die bessere Wahl?
Die Antwort hängt vor allem vom Verwendungszweck und der geplanten Nutzungsdauer ab.
Der Dispokredit eignet sich für kurzfristige Engpässe, die schnell wieder ausgeglichen werden, etwa wenn eine unerwartete Ausgabe kurz vor dem nächsten Gehaltseingang anfällt. Da die Zinsen jedoch deutlich höher ausfallen als bei einem klassischen Ratenkredit, wird er bei regelmäßiger Nutzung schnell zur teureren Lösung.
Wer eine größere Anschaffung plant oder einen höheren Betrag über mehrere Monate finanzieren möchte, ist mit einem Ratenkredit in der Regel besser beraten - mit festen Monatsraten, transparenten Gesamtkosten und einem deutlich niedrigeren Zinssatz.
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